Versteigerung vom 10 bis 12. November 2016 auf der »denkmal« Leipzig

Es sind keine Gebote mehr möglich, da dies eine Versteigerung zur Messe in Leipzig war.

Nr. 255
Kaminplatte mit Darstellung einer mythischen Szene

Wer hier an eine klassische Szene denkt, hat nur halb recht, es ist nämlich die frühklassizistische Adaption einer klassischen Szene, die als solches gar nicht existiert. Kompliziert? Dann noch einmal von vorne.

Es waren einmal: Zwei Sippen die, statt sich in Gänze zu bekriegen, einen Stellvertreterkampf ausfechten ließen. Was in der Antike halt so gang und gebe war, wenn die eine Sippe der anderen das Vieh oder die Frauen geklaut hatte. Wo heute Bälle reichen, mussten es damals schon die gewetzten Stähle sein. Was man einerseits so klassisch nennt, aber nüchtern betrachtet doch noch so eine ganz andere Stufe von Zivilisierung darstellt.

Und weil auch damals das mit dem füreinander Einstehen in der Sippschaft eher eine Angelegenheit zweifelhafter Verlässlichkeit war, musste man sich im Vorfeld gegenseitig versichern, dass beim Kampf bis aufs Messer auch keiner den schmählichen, aber immerhin kurzfristig lebenserhaltenden Rückzug antrat. Daher die häufigen Schwüre, gerne vor Gott, auf die Altvorderen und auch gemeinsam vor Vattern.

Die knackig-kerligen Jungs da links sind die drei als Stellvertreter ausgewählten Horatier-Brüder mit Vattern, der ihnen zur Ertüchtigung im Zuge des Schwörens das passende Mordwerkzeug überreicht. Das alles war irgendwann in Italien, als die Römer noch ganz jung waren, aber schon zu antiken Zeiten so lange vorbei, dass es auch bereits damals mehr als Legende denn als Geschichte galt. Und natürlich ist die ganze Veranstaltung noch viel komplizierter und zudem noch mit vielen blutrünstigen Details wie List, Tücke und Geschwisterehrenmord versehen.

Das mit der hier dargestellten Szene selbst ist dann sogar noch eine Dazuerfindung der Neuzeit, künstlerische Freiheit und so: die edlen Italier, wie sie ein Maler Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich der Welt vorstellte. Der ideenreiche Herr, der diese Szene 1784 malte, war Jacques-Louis David, er gilt unter anderem aufgrund dieses Gemäldes als einer der Begründer des Klassizismus.

Ein nicht ganz unbegabter, aber in seinen technischen Mitteln natürlich etwas eingeschränkter Modellbauer, hat dann irgendwann später diese Ofenplatte gefertigt. Nicht viel später, wie wir zu behaupten wagen. Die Platte ist damit so etwas wie die dritte Ableitung der antiken Legende, aber für sich genommen hat sie ja auch schon wieder gute 200 Jahre auf dem Buckel.

Schätzpreis für diese Position war: EUR 1.200,00

Mindestgebot für diese Position war: EUR 100,00

Preis inklusive 19% Mehrwertsteuer, Mehrwertsteuer wird ausgewiesen. Das Angebot kann im Rahmen der Messe »denkmal« vom 10. bis zum 12. November auf dem Messegelände in Leipzig besichtigt werden. Wir stellen Ihnen gerne eine kostenfreie Eintrittskarte zur Verfügung.

Die Versteigerung dieses Artikels erfolgt am Freitag, dem 11. November 2016, ab 16:30 Uhr im Rahmen der denkmal auf dem Messegelände in Leipzig.

Es kann kein Gebot mehr online abgegeben werden

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